Ferien vom Reisen

Spoiler: Ich werde nur einen Beitrag von Kuba schreiben, er könnte also ein bisschen länger werden. 🙈

Von Mendoza ging es (nicht mit meinem) Bus nach Santiago de Chile und von dort mit dem Flugzeug nach Panama, bzw. Kuba.

Als ich nach mehr oder minder 26 Stunden in Kuba ankam, wollte mich so ein aufdringlicher Taxivermittler für 30€ in ein Taxi stecken, um in die Stadt zu fahren. Da war er bei mir aber definitiv an der falschen Adresse.

Ich schaue mir gerne meine Möglichkeiten an, bevor ich in ein überteuertes Taxi steige. Leider ist es am Flughafen Havanna aber nicht möglich mit einem anderen Verkehrsmittel weg zu kommen, wenn man keine vorab-Reservation bei einem Busunternehmen oder so hat.

Ich fand aber einen Kubaner der sich bereits einen Einheimischen bestellt hatte, der ihn in die Stadt brachte. Ich konnte für 15€ mitfahren. FU an dieser Stelle, an dich du aufdringliches **********!

Da ich weder in der Lage war Euros oder Dollar aufzutreiben, und mein letztes 30iger-CHF-Nötli in meinem Bus vergessen hatte, musste meine Schwester vor unserem Airbnb warten.

Sie viel mir jauchzend um den Hals und wir begrüssten uns stürmisch. Nachdem ich das Taxi bezahlt hatte, war ich bereit meine Mutter zu begrüssen. Auch hier eine begeisterte Umarmung und Begrüssung als ich noch kaum knapp zur Tür herein war. 😉

Unser AirBnB-Host hatte mir geschrieben, dass wir nicht an den offiziellen Stellen Geld wechseln, oder abheben sollen. Später wurde mir auch bewusst warum. Die Kubaner sind genau so auf (stabile) Fremdwährungen wie US-Dollar, Euros oder CHF angewiesen wie die Ausländer auf den Kubanischen Peso*. (Sie bezahlen damit ihr Fremdwährungs-Kreditkarte, mit welcher sie in der „Panamarica“-Ladenkette in Dollar bezahlen.)

Unser Host wechselte uns unsere CHF und Euros 1:185 CUP. An den offiziellen Stellen gab es für unsere Währungen zwischen 120-130 CUP. Also ein massiv besserer Kurs. Vielen Dank. 👍

Die Tage in Havanna vergingen wie im Flug und wir mussten uns schon um das nächste Airbnb, bzw. Casa Particular kümmern. Leichter gesagt als getan. AirBnB mit Sitz in San Francisco ist es nicht erlaubt auf Kuba zu geschäften.

Das Problem lässt sich aber mit einem VPN lösen. Nur war da die Krux einen zu finden, der seine Abrechnung der Kreditkarte nicht über die USA routet. ExpressVPN ist so einer.

Komischerweise, können Kubaner ihr Casa Particular auf AirBnB ausschreiben, wenn man auf Kuba ist, kann man aber Keines buchen. Deshalb eben der VPN, der AirBnB vorgaukelt, dass ich z.B. in der Schweiz sei, und ein AirBnB mieten möchte.

Nach unzähligen Kubanern, die uns zu überhöhten Preisen Sachen und Dienstleistungen aufschwatzen wollten, 3 Mojitos an je 15€ plus einen für die Bar Crew, welche uns ein bisschen bespasste, sowie einem Bund Bananen für umgerechnet 6 CHF, wusste ich langsam wie der Hase läuft auf Kuba.

Unser nächstes Ziel war Viñales.
Viñales ist eine wunderschöne Gegend im Westen Kubas mit einer beeindruckenden Naturlandschaft. Die grünen Hügel und Felsen sind einfach atemberaubend. Hier kann man durch die Tabakfelder wandern, traditionelle Tabakfarmen besuchen und leckere Zigarren probieren. Die entspannte Atmosphäre und die freundlichen Einheimischen machen Viñales zu einem beliebten Reiseziel für Natur- und Kulturliebhaber auf Kuba.

Da wir den Touri-Bus namens Viazul noch nicht kannten, organisierte unser Havanna-Host ein Taxi für die 180km. Das Taxi war ein Oldtimer und sogenanntes „Collectivo“, es sassen bereits zwei Kubanerinnen drin, als wir einstiegen. Die Fahrt soll 25€ pro Person für uns drei kosten. Soweit so gut, Preis im Vorhinein erfragt, und gefixt.

Als die beiden Kubanerinnen dann etwas vor uns ausstiegen, konnte ich sehen, wie sie den Fahrer mit diversen kleinen Peso-Noten bezahlten. Also haben die Touristen wieder einmal die Fahrt bezahlt und die Andern das Trinkgeld.😤😵

In Viñales angekommen, erwartete uns ein AirBnB welches nicht an der angegebenen Adresse war, und eine kabutte Toilette, welche es verunmöglichte, dass wir dieses Haus bezogen.

Glücklicherweise hatte der Vermieterin ihr Vater auch ein Casa Particular und war nicht ausgebucht, womit wir also bei ihm unterkamen.

Nach einem Trip an einen hammermässigen Sandstrand, einer Horse-Backriding-Tour (du musst es mit dem Witz von Divertimento denken 😂) zu Höhlen und Tabak, und diversen feinen Restaurantbesuchen waren wir bereit noch eine Nacht zu verlängern.

Diese Nacht kam uns teuer zu stehen. Wir haben wieder den Fehler gemacht, dass wir nicht nach dem Preis fragten. Schlussendlich, war jedes getrunkene Bier mit 2€, das Frühstück für 7.5€, das eine Abendessen für je 15€ und die Zimmer für 60€ auf der Rechnung. Zum vergleich, ich hatte ein Haus auf AirBnB für 3 Nächte für 54CHF gebucht… Wir waren etwas perplex, bzw. zu perplex, dass wir Nichts gesagt haben und ich mich im Nachhinein ärgere. Die Preise scheinen nicht hoch, wenn man jedoch bedenkt, dass Kubaner*innen ca. 40-100 CHF im Monat verdienen, waren die Preise vollkommen überrissen.

Nach Viñales ging es via Pinar del Rio für eine Nacht zurück nach Havanna und danach weiter nach Cienfuegos, Trinidad, Sancti Spiritus und Ciego de Avila. Allesamt schöne und besuchenswerte Städtchen aber unaufregend.

In la Boca vor Trinidad hatten wir ein cooles AirBnB mit persönlichem Pool und Garten. Zusätzlich begleitete uns ab hier mein guter Freund Giani.

Nach all den Städtchen etc. waren wir reif für die Insel. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wir entschieden uns nach Cayo Coco zu fahren, und die Seele in einem All-Inclusive-Schuppen baumeln zu lassen.

Nach einem Abstecher nach Santa Clara, fuhren wie wie immer mit dem Touribus (Viazul, welcher eigentlich nur via Kreditkarte in € gebucht werden kann [Eigentlich darum, weil, wenn gerade das System nicht ging, oder sie keine Lust hatten, konnte man auch in Peso bezahlen, welche dann direkt in die eigene Tasche wanderten) zurück nach Havanna. Die vier Wochen waren vorbei und meine drei Gspönli flogen einen Tag bevor ich zurück nach Argentinien ging, zurück in die Schweiz.

Es war eine schöne aber auch sehr intensive Zeit.

Ich für meinen Teil, kann Kuba jedoch leider nicht empfehlen, bzw. All-Inclusive gings, dann ist es aber einfach eine Insel mit schönem Strand und nicht wirklich Kuba.
Ansonsten musste ich mich zu viel verteidigen, um Preise streiten und böse auf die Einwohner sein, weil sie einfach nur überrissene Preise für Touristen haben. Ich habe nichts dagegen einen kleinen Touri-Aufpreis zu bezahlen, aber wenn ich ins Restaurant komme, hätte ich z.B. gerne die Karte in der lokalen Währung welche auch die Einwohner erhalten, und nicht eine mit extra hohen Preisen in € oder US-$.

Ich würde mich gerne mal mit jemandem unterhalten der Fan von Kuba ist, vielleicht ändert sich meine Meinung ja noch.

Und jetzt kommt das Schlimmste: Der Mojito war in den meisten Fällen knapper Durchschnittlich. Auch in dieser Hinsicht hätte ich mehr erwartet… 🤨

Trotzdem: Stay refreshed – Have a Mojito! 😊 (Aber vielleicht einen nach meinem Rezept und nicht auf Kuba…)

* Grundsätzlich könnte man als Tourist alles in den besagten Fremdwährungen bezahlen. Man wird dann einfach zweimal über den Tisch gezogen: einmal beim Umrechnungskurs und einmal bei der Preisgestaltung an sich.

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